Die meisten von uns haben es sicherlich schon vergessen, aber von 2004 bis Ende 2005 haben 450 Mitarbeiter 7 Tage in der Woche an der Einhausung der A7 im Bereich Bindermichl und Spallerhof gearbeitet.
Von September 1971 bis 2005 waren die Stadtteile Bindermichl und Spallerhof durch eine Autobahn getrennt. Eine Autobahn, auf der 2005 ca. 90.000 Fahrzeuge pro Tag unterwegs waren und die durch eng verbautes Siedlungsgebiet führte.
Bereits viele Jahr zuvor haben einige VorreiterInnen vor allem der SPÖ Muldenstraße für dieses Projekt gekämpft. Bestensfalls wurden sie als IllusionistInnen belächelt. Am 20. November 2005 konnten dann alle, vormalige Skeptiker und Befürworter, am Tag der offenen Tür in der Untertunnelung spazieren gehen. Von einem Tag auf den anderen, hörten die Bewohnerinnen und Bewohner der angrenzenden Häuser kaum mehr Autolärm, dafür aber Vorgelgezwitscher und kurze Zeit später dann auch spielende Kinder.
Direkt über der Untertunnelung ist ein 8,3 ha großer Park entstanden. Ab Herbst 2011 musste der Park leider wieder neu gestaltet werden. Die Fugen der Tunnelröhren waren nicht wasserdicht, der Park musste in Etappen komplett abgetragen werden. Im November 2012 war die Sanierung beendet und schon im Jahr darauf war der Park wieder vollständig hergestellt.
Im südlichsten Bereich, nahe der Sportanlage Lißfeld, befinden sich neben ausgedehnten Rasenflächen und vielen Bäumen und Sträuchern auch Outdoor-Fitnessgeräte. Diese stehen das ganze Jahr über der Bevölkerung zur Verfügung und werden auch zahlreich genutzt.
Rund um den Schnittpunkt mit der Glimpfingerstraße sind Spielplätze für alle Altersgruppen angelegt. Im Süden tummeln sich eher die kleineren Kinder. Neben unzähligen Sandspielplätzen, Wasserspielplätzen, Klettergerüsten und allerlei kreativen Bewegungsspielgeräten bieten Bänke und Holzliegen den Eltern und Kindern Möglichkeiten zur Rast.
Weiter im Norden, zwischen den Rampen beidseitig des Kreisverkehrs Muldenstraße werden die Freiräume für Trendsportarten und Aufenthaltsbereiche für Jugendliche genutzt. Ein Skaterpark, ein Funcourt, ein Klettergarten sowie ein Soccer- und Beachvolleyballplatz decken die Palette an Trendsportarten ab. Die Betonmauern der Rampen bilden hierbei einen Schallschutz für die umgrenzenden BewohnerInnen.
Nördlich des Kreisverkehr gibt es viele Ruheoasen und ein paar Spielgeräte für eher kleinere Kinder. Nördlich der Überquerung von der Kopernikusstraße liegt eine reine Ruhezone, mit Holzliegen, Wiesen und blühenden Sträuchern.
Der Bellevuepark wird das ganze Jahr über gerne und ausgiebig genutzt. Im Winter sind es vor allem Spaziergänger, die hier frische Luft tanken. Ab den ersten Sonnenstrahlen im Frühling und bis in den späten Herbst sind dann aber auch die Spielplätze rege belebt. Kinder lernen auf den asphaltierten Wegen Roller-, Rad- oder Skateboardfahren, klettern und bewegen sich auf den Geräten oder spielen mit Bällen in der Wiese. Jugendliche nutzen die Skaterbahn, die Fußball- oder Basketballplätze. An warmen Tagen herrscht unglaubliches Leben im Park, da wird gespielt, gelacht, geplaudert und geflirtet!
Nur an die knapp 100.000 Fahrzeuge, die in den Röhren unter dem Park fahren, an die denkt kaum noch jemand, geschweige denn daran, wie es einmal war, ohne Einhausung und ohne Park!